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Kardiologische Fachbegriffe verständlich erklärt

Von ACE-Hemmer bis Vorhofflimmern: Hier finden Sie die wichtigsten Begriffe aus Befunden und Arztbriefen in einfacher Sprache.

106 Begriffe Ersetzt nicht das ärztliche Gespräch

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A

ACE-Hemmer
Abkürzung für Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer; moderne blutdrucksenkende Medikamente, die auch bei Herzschwäche eingesetzt werden.
Acetylsalicylsäure (ASS)
Wirkstoff, z. B. in Aspirin®. In niedriger Dosierung zur Behandlung und zum Schutz bei koronarer Herzkrankheit eingesetzt, in höherer Dosierung als Schmerz- und Fiebermittel. Gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).
Adipositas
Syn.: Fettleibigkeit, Fettsucht, Obesitas. Übermäßige Vermehrung des Fettgewebes, hervorgerufen durch zu hohe Nahrungsaufnahme, gestörten Stoffwechsel, psychische Faktoren oder genetische Veranlagung. Kann Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Arteriosklerose nach sich ziehen. Die Einteilung erfolgt nach dem Body-Mass-Index (BMI).
akut
Plötzlich auftretend, intensiv, meist von kurzer Dauer. Gegenteil: chronisch.
Allergie
Krankhafte Überempfindlichkeit des Körpers gegenüber körperfremden Stoffen, z. B. Umweltstoffen oder Medikamenten. Der Körper reagiert mit einer überschießenden Bildung von Antikörpern und der Freisetzung von Botenstoffen wie Histamin. Typisch sind Hautjucken und -ausschlag, Verengung der Atemwege mit Atemnot oder vermehrte Schleimbildung mit tränenden Augen und laufender Nase.
Alpha(rezeptoren)blocker
Wirkstoffe, die den Einfluss des vegetativen Nervensystems auf Organe mit Alpharezeptoren (z. B. Blutgefäße, Prostata, Blase) blockieren. Eingesetzt u. a. bei Bluthochdruck und gutartiger Vergrößerung der Prostata.
ambulant
Behandlung in einer Arztpraxis oder einem Krankenhaus ohne stationäre Aufnahme. Gegenteil: stationär.
Anamnese
Die Vorgeschichte einer Erkrankung, selbst berichtet (Eigenanamnese) oder durch Angehörige (Fremdanamnese). Umfasst frühere Erkrankungen, Erkrankungen in der Familie (Familienanamnese), Art, Entstehung und Verlauf der Beschwerden sowie bisherige Behandlungen und Medikamente.
Anastomose
Angeborene oder erworbene, natürliche oder operativ hergestellte Verbindung zwischen zwei Hohlorganen (z. B. Gefäßen, Darm) oder Nerven, etwa zwischen Arterie und Vene.
Anatomie
Lehre vom normalen Aufbau des Körpers, seiner Gewebe und Strukturen.
Aneurysma
Krankhafte Wandausbuchtung eines Gefäßes oder anderer Hohlorgane, z. B. einer Schlagader (Arterie) oder der Herzwand.
Angina pectoris
Syn.: Stenokardie. Anfallsartiges Engegefühl oder Schmerz in der Brust, typischerweise bei körperlicher Belastung, oft mit Ausstrahlung in den linken Arm oder Hals und mit Atemnot. Ursache ist ein Sauerstoffmangel des Herzmuskels durch Durchblutungsstörungen. Die Angina pectoris kann Vorbote eines Herzinfarkts sein.
Angiographie
Röntgendarstellung von Gefäßen nach Injektion eines Kontrastmittels, um Zustand, Wandbeschaffenheit und Durchmesser eines Gefäßes zu beurteilen.
Angiologie
Teilgebiet der Medizin, das sich mit den Blut- und Lymphgefäßen, ihren Erkrankungen und deren Behandlung befasst.
Angioplastie
Syn.: Ballondilatation. Aufdehnung einer Gefäßverengung mit einem Ballon, der über einen Katheter bis zur Engstelle vorgeschoben und dort aufgeblasen wird, um den Blutfluss wiederherzustellen.
Arrhythmie
Syn.: Herzrhythmusstörung. Im engeren Sinne die unregelmäßige Abfolge der Herzschläge.
arrhythmogen
Herzrhythmusstörungen auslösend oder begünstigend.
Arterie
Syn.: Schlagader. Blutgefäß, das sauerstoffreiches Blut vom Herzen in die Organe transportiert.
arteriell
Die Arterien betreffend, zu einer Arterie gehörend.
Arterienverkalkung
siehe Arteriosklerose
Arteriographie
Röntgendarstellung von Schlagadern (Arterien) und ihren Ästen nach Injektion eines wasserlöslichen Kontrastmittels.
Arteriosklerose
Syn.: Arterienverkalkung. Chronisch fortschreitende Veränderung der Arterien durch Verhärtung und Verdickung der Gefäßwand infolge von Ablagerungen (Plaques). Führt zum Verlust der Gefäßelastizität und zur Verengung der Arterie.
Asthma bronchiale
Syn.: Lungenasthma. Anfallsweise Atemnot mit erschwerter Ausatmung durch eine krampfartige Verengung der Bronchien, verbunden mit vermehrter Schleimbildung.
Asthma cardiale
Syn.: Herzasthma. Anfallsartige Atemnot durch einen Blutstau im Lungenkreislauf, meist infolge einer Linksherzschwäche.
atrial
Den Herzvorhof (Atrium) betreffend.
Atrium
Der Vorhof, meist für den rechten oder linken Herzvorhof verwendet.
atypisch
Nicht typisch.
Auskultation
Abhören von Organen wie Herz, Lunge oder Darm mit dem Ohr oder einem Stethoskop.

B

Betablocker
Syn.: Betarezeptorenblocker. Wirkstoffe, die den Einfluss des vegetativen Nervensystems auf Organe mit Betarezeptoren, z. B. Herz und Blutgefäße, blockieren. Eingesetzt vor allem bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.
Bradykardie
Verlangsamter Herzschlag mit einer Herzfrequenz unter 60 Schlägen pro Minute. Gegenteil: Tachykardie.

C

cerebral
siehe zerebral

D

Defibrillation
Beendigung von Kammerflimmern oder -flattern durch einen Stromstoß, von außen über Elektroden am Brustkorb oder von innen durch ein implantiertes Gerät (ICD).
Dekompensation
Versagen der natürlichen Ausgleichsfunktion des Körpers bei der Funktionsstörung eines Organs, z. B. dekompensierte Herzinsuffizienz.
Diabetes mellitus
Syn.: Zuckerkrankheit. Stoffwechselstörung mit dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten, die zu Schäden an Gefäßen und Organen führen kann. Beruht auf einem absoluten (fehlende Insulinproduktion) oder relativen Insulinmangel (verminderte Insulinwirkung).
Diuretika
Harntreibende Medikamente, die die Ausscheidung von Wasser und Salz über die Niere steigern.
Doppler-Effekt
In der Ultraschalldiagnostik genutztes Phänomen: Aus der Frequenzänderung des Schalls lässt sich die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes messen.
Dysfunktion
Funktionsstörung von Organen, Zellen oder Geweben. Kann Auslöser oder Zeichen einer Erkrankung sein.
Dyspnoe
Syn.: Atemnot, Kurzatmigkeit. Subjektiv erschwerte Atmung, teils mit Erstickungsgefühl und Angst; Betroffene atmen meist schneller und tiefer.

E

Echokardiographie
Ultraschalluntersuchung des Herzens zur Beurteilung von Herzfunktion, Herzklappen und Herzwänden. Meist über einen auf die Brustwand aufgesetzten Schallkopf; zur Detailbeurteilung auch über die Speiseröhre (transösophageale Echokardiographie, TEE).
Ejektionsfraktion
Syn.: Auswurffraktion. Anteil des Blutvolumens, den die Herzkammer bei einem Herzschlag auswirft (normal über ca. 55 %). Wichtiges Maß für die Pumpleistung des Herzmuskels.
EKG
Abkürzung für Elektrokardiogramm. Aufzeichnung der elektrischen Herzströme über Elektroden am Körper. Zeigt Herzrhythmus, Erregungsausbreitung und typische Veränderungen, z. B. bei einem Herzinfarkt.
Embolie
Plötzlicher Gefäßverschluss durch mit dem Blutstrom verschlepptes Material, meist ein Blutgerinnsel (Thromboembolie), seltener Fett, Luft oder Fremdkörper.
Endokarditis
Entzündung der Herzinnenhaut, vor allem der Herzklappen. Es besteht die Gefahr eines bleibenden Herzklappenfehlers.
EPU
Abkürzung für elektrophysiologische Untersuchung. Analyse von Herzrhythmusstörungen mit Elektrodenkathetern, die über Venen ins Herz eingeführt werden; auch zur Therapieplanung und -kontrolle.
extern
Außen, an der Außenseite liegend.
Extrasystole
Herzschlag außerhalb des normalen Herzrhythmus.

F

Fettleibigkeit
siehe Adipositas

H

Herzinfarkt
Syn.: Myokardinfarkt. Absterben von Herzmuskelgewebe durch eine plötzliche Unterbrechung der Blutversorgung über die Herzkranzgefäße. Wichtige Risikofaktoren sind Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes und Übergewicht.
Herzinsuffizienz
Syn.: Herzschwäche. Das Herz kann nicht mehr genug Blut durch den Körper pumpen bzw. den Rückstrom des Blutes nicht mehr ausreichend aufnehmen. Häufig Folge anderer Herzerkrankungen, z. B. der koronaren Herzkrankheit oder von Herzklappenfehlern.
Herzklappeninsuffizienz
Unvollständiger Schluss einer Herzklappe.
Herzkranzgefäße
Syn.: Koronararterien, Koronarien. Die kranzförmig um das Herz verlaufenden Gefäße, die den Herzmuskel mit Blut versorgen.
Herzmuskelentzündung
siehe Myokarditis
Herzrhythmusstörungen
Störungen der Herzfrequenz bzw. der Herzschlagfolge, z. B. Bradykardie, Tachykardie oder Arrhythmie.
Herzschwäche
siehe Herzinsuffizienz
Hypertonie
Syn.: Hypertension. Meist als Bezeichnung für Bluthochdruck verwendet.
Hypertrophie
Vergrößerung eines Organs oder Gewebes durch Zunahme der Zellgröße bei gleichbleibender Zellzahl, z. B. Verdickung des Herzmuskels bei Bluthochdruck.
Hypotonie
Syn.: Hypotension. Meist als Bezeichnung für niedrigen Blutdruck verwendet.

K

Kalziumantagonisten
Syn.: Kalziumkanalblocker. Senken den Blutdruck und vermindern die Herzarbeit. Eingesetzt bei Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit und teils bei Herzrhythmusstörungen.
Kammerflattern
Meist regelmäßige, sehr schnelle Kammeraktion mit 200–350 Schlägen pro Minute. Kann in Kammerflimmern übergehen und lebensbedrohlich sein.
Kammerflimmern
Unkoordinierte Tätigkeit der Herzkammern mit 350–500 Impulsen pro Minute ohne wirksame Pumpleistung. Entspricht einem Kreislaufstillstand und ist ein absoluter Notfall, meist im Rahmen eines Herzinfarkts oder schwerer Rhythmusstörungen.
kardial
Das Herz betreffend, zum Herzen gehörend.
Kardiomegalie
Angeborene oder erworbene Vergrößerung des Herzens.
Kardiomyopathie
Erkrankung des Herzmuskels, die nicht durch Bluthochdruck, verengte Herzkranzgefäße, Herzbeutelerkrankungen oder Herzfehler verursacht ist.
kardiopulmonal
Herz und Lunge betreffend.
kardiorespiratorisch
Herz und Atmung betreffend.
kardiotoxisch
Herzschädigend, die normale Herzfunktion beeinträchtigend.
kardiovaskulär
Herz und Gefäße betreffend.
Karditis
Oberbegriff für Entzündungen des Herzens: Herzbeutel (Perikarditis), Herzmuskel (Myokarditis), Herzinnenhaut (Endokarditis) oder alle drei Wandschichten (Pankarditis).
Katheter
Dünner Schlauch aus Kunststoff oder Metall, der zur Diagnostik oder Behandlung in Gefäße oder Hohlorgane eingeführt wird, z. B. der Herzkatheter zur Darstellung der Herzkranzgefäße.
Koronarangiographie
Röntgenkontrastdarstellung der Herzkranzgefäße im Rahmen einer Linksherzkatheter-Untersuchung.
Koronare Herzkrankheit
Abkürzung KHK. Sammelbegriff für Erkrankungen durch Verengungen der Herzkranzgefäße, z. B. Angina pectoris oder Herzinfarkt.
Koronarien
siehe Herzkranzgefäße

L

Langzeit-EKG
Aufzeichnung der Herzströme mit einem tragbaren Gerät über 24 Stunden oder mehrere Tage, um Herzrhythmus und Rhythmusstörungen im Alltag zu beurteilen.
Linksherzinsuffizienz
Schwäche der linken Herzkammer: Sie kann nicht mehr genug Blut in den Körper pumpen, das Blut staut sich in die Lunge zurück.
Linksherzkatheter
Minimalinvasive Untersuchung, bei der ein Katheter über eine Arterie zum Herzen vorgeschoben wird, z. B. zur Darstellung der Herzkranzgefäße, zur Druckmessung oder zur Behandlung.
Lokalanästhesie
Syn.: örtliche Betäubung. Örtlich begrenzte Schmerzausschaltung mit einem Betäubungsmittel bei erhaltenem Bewusstsein.
Lungenembolie
Verschluss von Lungenarterien durch ein verschlepptes Blutgerinnsel, das meist aus den Venen des Beins oder Beckens stammt.

M

medial
Zur Mitte hin gelegen.
Morphologie
Lehre vom Bau und von der Gestalt des Körpers und seiner Organe.
Myokard
Die Muskelschicht des Herzens zwischen Herzinnenhaut (Endokard) und Herzbeutel (Perikard).
Myokarditis
Syn.: Herzmuskelentzündung. Akute oder chronische Entzündung des Herzmuskels, meist als Folge einer Infektion durch Viren oder Bakterien, seltener nach rheumatischem Fieber.

P

paroxysmal
Anfallsartig, plötzlich auftretend.
Perfusion
Durchblutung bzw. Durchströmung eines Organs oder des ganzen Körpers.
Perikard
Syn.: Herzbeutel. Zweiblättrige Hülle um das Herz. Zwischen den beiden Blättern befindet sich etwas Flüssigkeit, die als Gleitschicht für die Herzbewegung dient.
Perikarditis
Entzündung des Herzbeutels (Perikard).
progredient
Syn.: progressiv. Fortschreitend.
Prophylaxe
Vorbeugung. Maßnahmen der präventiven Medizin, die Erkrankungen verhindern sollen.
proximal
Näher zur Körpermitte bzw. zum Ursprung gelegen.

Q

QRS-Komplex
Abschnitt im EKG, der die Erregungsausbreitung in den Herzkammern wiedergibt.

R

Reanimation
Alle Maßnahmen zur Wiederbelebung bei Herz-Kreislauf- oder Atemstillstand, von der Ersten Hilfe bis zur Klinik.
Rechtsherzinsuffizienz
Schwäche der rechten Herzkammer: Sie kann den Rückstrom des Blutes aus dem Körper nicht ausreichend aufnehmen, es kommt z. B. zu Wassereinlagerungen in den Beinen.
Rechtsherzkatheter
Minimalinvasive Untersuchung, bei der ein Katheter über eine Vene in die rechte Herzhälfte und die Lungenarterie vorgeschoben wird, z. B. zur Druckmessung.
retrosternal
Hinter dem Brustbein gelegen.

S

Shunt
Kurzschlussverbindung zwischen zwei Gefäßen oder Hohlräumen, z. B. angeboren zwischen großem und kleinem Kreislauf oder operativ angelegt bei Dialysepatienten.
sinister
Links, der linke. Gegenteil: dexter.
Sklerose
Krankhafte Verhärtung von Organen oder Geweben.

T

Tachykardie
Syn.: Herzrasen. Beschleunigte Herzfrequenz über 100 Schläge pro Minute, als Folge körperlicher Anstrengung oder einer Herzrhythmusstörung.
thorakal
Zum Brustkorb gehörend.
Thromboembolie
Gefäßverschluss durch ein verschlepptes Blutgerinnsel. Das am Entstehungsort gebildete Gerinnsel heißt Thrombus, nach Ablösung und Verschleppung Embolus.
Thrombose
Vollständiger oder teilweiser Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel.
Thrombozyten
Blutplättchen; zuständig für die Blutgerinnung.
Thrombozytenaggregationshemmer
Wirkstoffe, die das Zusammenballen der Blutplättchen hemmen und so das Risiko von Gefäßverschlüssen senken, z. B. ASS.

V

Vorhofflattern
Herzrhythmusstörung mit einer krankhaft beschleunigten, meist regelmäßigen Vorhoftätigkeit von 250–350 Schlägen pro Minute.
Vorhofflimmern
Häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung: ungeordnete Erregung der Vorhöfe mit 350–600 Impulsen pro Minute und unregelmäßiger Überleitung auf die Kammern. Erhöht das Schlaganfallrisiko.

Z

zerebral
Syn.: cerebral. Das Gehirn betreffend.
Zirkulation
Kreislauf, z. B. des Blutes.

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