Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)

Die Elektrophysiologie umfasst die Diagnostik und Behandlung von Herzrhythmusstörungen, welche bei herzgesunden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie bei Patienten mit angeborenen oder erworbenen Herzerkrankungen auftreten können. Nach ausführlichen ambulanten Voruntersuchungen in unserer Praxis wird die elektrophysiologische Untersuchung unter stationären Bedingungen von Dr. von Rosenthal in der Herzkatheterabteilung des St. Josefskrankenhauses mit einer modernen EPU-Anlage durchgeführt. Über einen venösen Zugang in der Leiste erfolgt zunächst mittels Spezialkatheter die Ableitung mehrerer spezifischer Herzstromkurven (intrakardiales EKG). Durch gezielte und standardisierte Stimulations- und Messverfahren an verschiedenen Punkten im Herzen können so Ursachen von Herzrhythmusstörungen wie z.B. zusätzliche Leitungsbahnen aufgedeckt und ggf. anschließend mittels Katheterablation (siehe Menü Leistungsspektrum) behandelt werden.

Katheterablation von Herzrhythmusstörungen

Nachdem über viele Jahre einzig eine – häufig unzureichende – medikamentöse Therapie von Herzrhythmusstörungen möglich war, können heutzutage eine Vielzahl von schnellen (tachykarden) Herzrhythmusstörungen im Bereich der Vorhöfe und Hauptkammern dauerhaft durch die Kahteterablation behandelt werden. Hierfür wird nach elektrophysiologischer Untersuchung (siehe oben) ein zusätzlicher Ablationskatheter über eine Vene zumeist von der rechten Leiste an die identifizierten Stellen im Herzen vorgebracht, um anschließend das Herzmuskelgewebe gezielt mittels Hochfrequenzstrom zu veröden. Unsere kardiologische Gemeinschaftspraxis verfügt als einzige kardiologische Facharztpraxis in Freiburg und Umgebung über einen elektrophysiologischen Schwerpunkt mit invasiver Behandlungsmöglichkeit. Somit können alle Behandlungsschritte – Voruntersuchung, Diagnostik, Ablation und Nachbetreuung – zum Wohle des Patienten aus einer Hand angeboten werden.

Pulmonalvenenisolation bei Vorhofflimmern

Bis zum Beginn dieses Jahrhunderts war die Behandlung von Vorhofflimmern eine Domäne der medikamentösen Therapie mit Antiarrhythmika. Nach wie vor ist auch heute eine zusätzliche elektrische Rhythmisierung, eine sog. Elektrokardioversion (s.o.), erforderlich um den Sinusrhythmus wieder herzustellen. Ende der 90er Jahre wurden dann elektrisch aktive Zentren in den Pulmonalvenen entdeckt, die durch Abgabe von hochfrequenten elektrischen Impulsen Vorhofflimmern auslösen können (Pulmonalvenen-Foci). Als mögliche Behandlungsmethode wurde in den folgenden Jahren die Ausschaltung dieser Zentren durch elektrische Isolation der Pulmonalvenen als Therapie etabliert (Pulmonalvenenisolation). Ablationstechnik, Energiequellen und Material erfuhren seither einen enormen Fortschritt, so daß die Pulmonalvenenisolation bei vielen Patienten mit symptomatischem Vorhofflimmern heute die Therapie der Wahl darstellt. Durch die Verwendung von dreidimensionalen Navigationssystemen konnte die Sicherheit und Effektivität der Behandlung erhöht und die Prozedurdauer und Belastung durch Röntgenstrahlung deutlich reduziert werden.
In unserer Praxis legen wir unter Berücksichtigung der Grunderkrankung, des Krankheitsverlaufs und der Erfolgsaussichten individuell mit unseren Patienten die geeignete Behandlungsstrategie für das Vorhofflimmern fest. Die Beratung erfolgt hier durch die im elektrophysiologischen Labor tätigen Ärzte. In der Herzkatheterabteilung des St. Josefskrankenhauses können wir unseren Patienten dann die Pulmonalvenenisolation aus erfahrener eigener Hand mit modernster Navigations- und Ablationstechnik zur Behandlung von Vorhofflimmern anbieten. Auch für die Nachsorge nach der Entlassung und im Langzeitverlauf stehen wir Ihnen in der Praxis gemeinsam mit Ihrem Hausarzt/-ärztin zur Verfügung.

Kardioversion

Mit einer Kardioversion soll eine schnelle und meist unregelmäßige Herzaktion der Vorkammern (Vorhofflimmern, Vorhofflattern) in einen normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) zurückgeführt werden. Ist dies nicht alleine mit einer medikamentösen Behandlung möglich, so kann ein elektrischer Kardioversionsversuch unternommen werden. Hierfür erhält der Patient unter Kurznarkose und nach entsprechender Vorbereitung einen kurzen, EKG-gesteuerten Stromimpuls, der das Herz wieder rhythmisiert. Zum Erhalt des normalen Herzrhythmus müssen anschließend Medikamente eingenommen werden. Ebenso ist eine „Blutverdünnung“ zur Vermeidung von embolischen Ereignissen notwendig. Die elektrische Kardioversion führen wir entweder ambulant oder stationär in der Herzkatheterabteilung des St. Josefs-Krankenhauses durch. Die Nachbetreuung einschließlich LZ-EKG kann über unsere Praxis erfolgen.